Was tun als Angehöriger?

Zusehen, wie eine nahestehende Person immer tiefer in die Spirale der Essstörungen hinein gerät. Sich hilflos fühlen, nicht die richtigen Worte finden – auch die Situation von Angehörigen, Freunden, Eltern und Geschwistern der Betroffenen ist nicht einfach.

Gleichzeitig ist Ihre Unterstützung aber ganz besonders wichtig. Denn Essstörungen sind eine "heimliche" Krankheit. Die Betroffenen versuchen oft, ihre Probleme vor dem Umfeld zu verbergen. Was können Sie tun? Signalisieren Sie Ihrer Freundin, Ihrem Sohn oder Ihrer Schwester: "Ich sehe, dass es Dir nicht gut geht und mache mir Sorgen um Dich". So helfen Sie ihm oder ihr, den ersten Schritt zu machen: sich selbst einzugestehen, dass man eine Essstörung hat – und professionelle Hilfe benötigt.

  • Wenn Sie sich Sorgen machen …
  • Wenn Sie eine Essstörung vermuten, sich aber nicht ganz sicher sind …
  • Wenn Sie nicht wissen, wie Sie helfen können …

Lassen Sie sich in einer Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt Essstörungen oder einer psychosomatischen Ambulanz beraten. Hier bekommen Sie Tipps. Sie erfahren, wie Sie sich verhalten sollten und wie sie die betroffene Person zu einer Therapie bewegen können. Denn Überredungskünste oder gar Zwang helfen nicht weiter. Dort erfahren Sie auch, wann ein körperlicher Zustand lebensbedrohlich ist und ein sofortiges Handeln erforderlich wird.

Zunächst können Sie sich innerhalb dieses Online-Angebotes ausführlich über jede Essstörung informieren. Hier werden Ihnen die Ursachen und Symptome vorgestellt sowie Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Sie sollten Ihre Sorgen auf jeden Fall ernst nehmen. Doch ob tatsächlich Magersucht, Bulimie oder Binge Eating vorliegt, können nur Fachleute feststellen. Sie wissen auch, welche Behandlung möglicherweise ratsam oder notwendig ist. Empfehlenswert wäre es, wenn die Person als erstes ein Beratungsgespräch führt. Beispielsweise bei einer Beratungsstelle für Essstörungen, oder bei einer Psychotherapeutin bzw. einem Psychotherapeuten.

Darüber hinaus steht Ihnen und der betroffenen Person das anonyme Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten ihre Fragen rund um das Thema Essstörungen. Unter der folgenden Telefonnummer bekommen Sie eine Erstberatung sowie Adressen, an die Sie sich wenden können.

Beratungstelefon der BZgA
0221-89 20 31
Montag–Donnerstag: 10.00–22.00 Uhr
Freitag–Sonntag: 10.00–18.00 Uhr
(Preis entsprechend der Preisliste ihres Telefonanbieters für Gespräche in das Kölner Ortsnetz)

Ja, die Selbsthilfeangebote gelten für Personen, die Betroffenen nahe stehen. Eine Selbsthilfegruppe soll Familie und Freunde entlasten. Sie können sich mit anderen austauschen und neue Wege finden, mit den Betroffenen umzugehen.

Bevor Sie an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, sollten Sie sich zunächst in einer Beratungsstelle beraten lassen, Sie erfahren so mehr über die Merkmale der jeweiligen Essstörung. Außerdem können Sie sich über Hilfsangebote und die Arbeitsweise einer Selbsthilfegruppe informieren.