Essstörungen verhindern

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Maßnahmen, in denen unter anderem über Essstörungen aufgeklärt wird, um diesen vorzubeugen oder um sie frühzeitig zu erkennen. Viele dieser Maßnahmen haben das Ziel, zur Stärkung der Lebenskompetenzen von Jugendlichen beizutragen. Die Förderung des Selbstwertgefühls, der kritische Umgang mit den Medien und dem darin vermittelten Schönheitsideal, das Erlernen, mit Gefühlen umzugehen, sowie die Entwicklung eines positiven Körpergefühls können Inhalte sein.

Auf www.bzga-essstoerungen.de sind solche Angebote nach Postleitzahlen geordnet zu finden. Einige Programme werden in den Schulunterricht integriert und alle Schülerinnen und Schüler nehmen an ihnen teil. Zum Teil werden Jungen und Mädchen in diesen Programmen getrennt. Es sollte berücksichtigt werden, dass mit der Thematisierung von Essstörungen auch die Gefahr verbunden ist, essstörungstypische Verhaltensweisen nachzuahmen.

Allgemein gilt: Wer helfen will, muss zuerst Vertrauen aufbauen! Vermeiden Sie Kritik am Essverhalten und der Figur. Versuchen Sie, die Persönlichkeit stets als Ganzes wahrzunehmen. Der bzw. die Betroffene sollte nicht das Gefühl haben, nur aufgrund seiner Erkrankung beachtet zu werden. Denn so entsteht keine Motivation, sich helfen zu lassen. Gehen Sie möglichst frühzeitig in eine ärztliche Praxis. Der Grund: Starker Gewichtsverlust kann auch organische Ursachen haben, z. B. eine Fehlfunktion der Schilddrüse. Auch Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten können Betroffenen helfen. Suchen Sie Fachleute auf, die bereits Erfahrung bei der Behandlung von Essstörungen haben. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, die Betroffenen selbst zu therapieren. Sie geraten dabei immer in einen Rollenkonflikt. Üben Sie bei Hinweisen auf eine mögliche Essstörung weder Druck noch Zwang aus. Machen Sie aber deutlich, dass Sie das auffällige Essverhalten als Problem wahrnehmen. Versuchen Sie, die eigene Motivation der Betroffenen zu stärken, sich professionelle Hilfe zu suchen. Machen Sie Vorschläge. Überlassen sie Ihrem Kind die Wahl der Ärztin oder des Arztes. Volljährige sollten selbst entscheiden, ob sie alleine oder in Begleitung in die ärztliche Praxis gehen wollen.

Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie als Eltern auf die Einschätzung von Fachleuten angewiesen sind. Besonders dann, wenn der Gewichtsverlust sehr stark ist oder Komplikationen auftreten wie Kreislaufprobleme oder unregelmäßige Monatsblutungen.

Beobachten Sie Ihr Kind, Ihren Schützling oder sich selbst. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:

  • das Gefühl, zu dick zu sein – trotz Gewichtsverlustes bis hin zum Untergewicht,
  • auffällige Rituale wie ein extrem langes Kauen oder eine übertriebene Zerkleinerung des Essens,
  • Hunger wird trotz strenger Diät verleugnet,
  • übertriebener Sport, sogar bei Verletzung oder Krankheit,
  • zwanghaftes Verhalten – z. B. werden Nahrungsmittel in "gut" und "schlecht" eingeteilt,
  • Erbrechen nach dem Essen oder ein regelmäßiger Rückzug ins Bad,
  • Heißhungeranfälle, heimliches Essen, Stehlen von Essen.