Förderung der Kindergesundheit

Die Gesundheit der heranwachsenden Generationen zu fördern ist eines der wichtigen Ziele der Gesundheitspolitik.

Die Gesundheit der heranwachsenden Generationen zu fördern, ist eines der wichtigen Ziele der Gesundheitspolitik. Gerade Kinder legen in kurzer Zeit große Entwicklungsschritte zurück. Zugleich werden in der Kindheit wesentliche Grundlagen für die Gesundheit in späteren Jahren gelegt. Daher ist es das Ziel des Bundesgesundheitsministeriums, ein gesundes Aufwachsen der Kinder zu fördern und Krankheiten durch die medizinische Versorgung möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Kinder mit schweren, chronischen oder seltenen Erkrankungen sollen eine möglichst gute medizinische Versorgung erhalten, die auch ein gutes Alltagsleben ermöglicht.

Wie gesund sind unsere Kinder?

Die Kinder und Jugendlichen heute sind überwiegend gesund. Dies haben Elternbefragungen und Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen ergeben. In der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) stufen 94% der Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder als gut oder sehr gut ein. Wenn Kinder erkranken, dann sind es  - neben alltäglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen, wie Erkältungen  - häufiger chronische Erkrankungen, wie Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma. So hat fast jedes zehnte Kind Heuschnupfen. Auch psychische Auffälligkeiten und lebensstil­­bedingte Gesundheitsrisiken, wie Übergewicht, sind von Bedeutung. Dabei haben Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten oder bildungsfernen Familien häufig höhere Gesundheitsrisiken. Positiv ist, dass dreiviertel der Heranwachsenden regelmäßig Sport treiben. Allerdings erreichen lediglich 22% der Mädchen und 29% der Jungen die Bewegungsempfehlung der Weltgesundheitsorganisation von mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität am Tag. Angebote zur Früherkennung, die U-Untersuchungen, werden von mehr als 95% der Familien wahrgenommen, im ersten Lebensjahr nehmen nahezu alle Kinder an den U's teil.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Initiativen und Projekte im Bereich Kindergesundheit

Die Ergebnisse der Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit sind Ausgangspunkte für Initiativen des Bundesgesundheitsministeriums zur Förderung der Kindergesundheit und zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Sie sind beispielsweise eine wichtige Grundlage bei der neuen Ausgestaltung der gesetzlichen Regelungen zum Kinderuntersuchungsprogramm (Präventionsgesetz) gewesen.

Die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern, ist auch ein zentrales Anliegen medizinischer und gesundheitswissenschaftlicher Forschung der Bundesregierung. Auch das Bundesgesundheitsministerium fördert in einem besonderen Förderschwerpunkt Projekte mit dem Ziel, die gesundheitliche Versorgung und die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern. Darüber hinaus gibt es weitere spezielle Förderschwerpunkte beispielsweise zur Verbesserung der Suchtprävention.

Aktuell werden im Schwerpunkt „Förderung der Kindergesundheit“ insbesondere Projekte zu folgenden Themen gefördert:

Beispiele für geförderte Projekte

Gemeinsamer Prozess zu Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche

Seit 2016 verfolgt das Bundesministerium für Gesundheit einen Prozess zur Verbesserung von Gesundheitsförderung und Prävention bei Heranwachsenden. In diesem Rahmen lud das BMG am 22. Februar 2017 zu einem Forum „Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen“ ein. An diesem haben rund 300 Akteurinnen und Akteure von Bund, Ländern, Kommunen, Krankenkassen, Sozialverbänden, Gesundheitsberufen, dem öffentlichen Gesundheitsdienst, von Kita- und Schulträgern und der Zivilgesellschaft teilgenommen (Dokumentation).

Im Rahmen dieses Vernetzungsprozesses hat sich im Anschluss an die Forumsveranstaltung unter Moderation des BMG ein fortlaufender Fachdialog zwischen über 45 Institutionen, Gremien sowie Vertretenden wissenschaftlicher Einrichtungen entwickelt. Als erstes Ergebnis wurde von allen Beteiligten ein gemeinsames Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention bei Heranwachsenden in Deutschland diskutiert und 2019 in Form eines sogenannten „Wegeweisers“ abschließend und konsentiert formuliert.

Der „Wegeweiser“ ist als akteurs-, themen- und lebensweltübergreifend zu verstehen. Er formuliert zehn inhaltliche Eckpunkte und benennt die Aufgaben des Fachdialogs, der sich im Rahmen des Prozesses gebildet hat. Er bietet den unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren eine erste Orientierung auf dem Gebiet der Kindergesundheit und soll für alle in ihren beruflichen Kontexten hilfreich sein.

Zur transparenten und qualitätsgesicherten Begleitung des Prozesses der Erarbeitung des „Wegeweisers“ sowie der Ableitung von Empfehlungen wurde eine externe Evaluation beauftragt. Der Evaluationsbericht stellt zusammen mit dem „Wegeweiser“ einen konzeptionellen Ausgangspunkt für weitere Vernetzungsprozesse der beteiligten Akteurinnen und Akteure dar und dient als Basis für eine weitere Zusammenarbeit.

Es ist erwünscht, dass der angestoßene Prozess von den Institutionen genutzt wird, um weiterhin auch eigeninitiativ die Arbeit in geeigneten Formaten fortzusetzen.

Stand: 24. August 2021