Förderung der Kindergesundheit

Die Gesundheit der heranwachsenden Generationen zu fördern, ist eines der wichtigen Ziele der Gesundheitspolitik. Gerade Kinder legen in kurzer Zeit große Entwicklungsschritte zurück. Zugleich werden in der Kindheit wesentliche Grundlagen für die Gesundheit in späteren Jahren gelegt. Daher ist es das Ziel des Bundesgesundheitsministeriums, ein gesundes Aufwachsen der Kinder zu fördern und Krankheiten durch die medizinische Versorgung möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Kinder mit schweren, chronischen oder seltenen Erkrankungen sollen eine möglichst gute medizinische Versorgung erhalten, die auch ein gutes Alltagsleben ermöglicht.

Wie gesund sind unsere Kinder?

Die Kinder und Jugendlichen heute sind überwiegend gesund. Dies haben Elternbefragungen und Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen ergeben. In der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) stufen 94 % der Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder als gut oder sehr gut ein. Wenn Kinder erkranken, dann sind es  - neben alltäglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen, wie Erkältungen  - häufiger chronische Erkrankungen, wie Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma. So hat fast jedes zehnte Kind Heuschnupfen. Auch psychische Auffälligkeiten und lebensstil­­bedingte Gesundheitsrisiken, wie Übergewicht, sind von Bedeutung. Dabei haben Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten oder bildungsfernen Familien häufig höhere Gesundheitsrisiken. Positiv ist, dass dreiviertel der Heranwachsenden regelmäßig Sport treiben. Allerdings erreichen lediglich 22% der Mädchen und 29% der Jungen die Bewegungsempfehlung der Weltgesundheitsorganisation von mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität am Tag. Angebote zur Früherkennung, die U-Untersuchungen, werden von mehr als 90 % der Familien wahrgenommen, im ersten Lebensjahr nehmen nahezu alle Kinder an den U's teil.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Initiativen und Projekte im Bereich Kindergesundheit

Die Ergebnisse der Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit sind Ausgangspunkte für Initiativen des Bundesgesundheitsministeriums zur Förderung der Kindergesundheit und zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Sie sind beispielsweise eine wichtige Grundlage bei der neuen Ausgestaltung der gesetzlichen Regelungen zum Kinderuntersuchungsprogramm (Präventionsgesetz) gewesen.

Die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern, ist auch ein zentrales Anliegen medizinischer und gesundheitswissenschaftlicher Forschung der Bundesregierung. Auch das Bundesgesundheitsministerium fördert in einem besonderen Förderschwerpunkt Projekte mit dem Ziel, die gesundheitliche Versorgung und die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern. Darüber hinaus gibt es weitere spezielle Förderschwerpunkte beispielsweise zur Verbesserung der Suchtprävention.

Aktuell werden im Schwerpunkt „Förderung der Kindergesundheit“ insbesondere Projekte zu folgenden Themen gefördert:

Beispiele für geförderte Projekte

Durchführende Organisation
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DAKJ), Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin

Laufzeit
1. Oktober 2015 – 31. Mai 2016

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Im Rahmen einer versorgungsepidemiologischen Analyse der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland wurde untersucht, in welchen Regionen zukünftig Probleme bei der Sicherstellung insbesondere der ambulanten kinder- und jugendärztlichen Versorgung zu erwarten sein können und welcher Art diese Probleme sind. Auf diesen Erkenntnissen und auf Umfragen bei Expertinnen und Experten basierend wurden Empfehlungen erarbeitet, welche Rolle andere Arztgruppen, andere Gesundheitsberufe oder Krankenhäuser bei der Sicherstellung der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung spielen können und wie die kinder- und jugendmedizinische Versorgung weiterentwickelt werden kann. Die Erkenntnisse wurden insbesondere über eine Analyse von geografischen und Bevölkerungsdaten sowie Daten der Leistungserbringer und Daten aus dem Institut für Community Medicine, über Literaturanalysen und mittels semistatistischer Interviews gewonnen.

Abschlussbericht "Versorgungsepidemiologische Analyse der medizinischen Kinder und Jugendversorgung in Deutschland" (PDF, 7 MB)

Kurzbericht "Versorgungsepidemiologische Analyse der medizinischen Kinder und Jugendversorgung in Deutschland" (PDF, 65 KB)

Durchführende Organisation
Kinderhospital Osnabrück, Iburger Str. 187, 49082 Osnabrück

Laufzeit
1. März 2013 – 31. August 2017

Für chronisch kranke Jugendliche ist der Übergang in das Erwachsenenalter mit besonderen Herausforderungen verbunden, meist auch mit einem Wechsel in der medizinischen Betreuung. Mit diesem Projekt wurde ein spezieller krankheitsübergreifender Schulungsworkshop erfolgreich entwickelt und erprobt, der chronisch kranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin hilft.

Der Workshop basiert auf den Prinzipien des modularen Schulungsprogramms „ModuS“, das sich an Kinder und Jugendliche auch mit weniger häufigen chronischen Erkrankungen richtet und darauf abzielt, das Wissen und die Selbstwirksamkeit der Betroffenen zu erhöhen. Themen des Jugendworkshops "Erwachsen werden mit ModuS. Fit für den Wechsel" sind z.B. der Transfer in die Erwachsenenmedizin, sozialrechtliche Änderungen, Ausbildung / Beruf mit chronischer Krankheit und Selbstständig werden mit der Krankheit.  Weitere Informationen finden Sie auf der im Rahmen des Projektes erstellten Internetseite  und auf der Internetseite des Kompetenznetzes Patientenschulung (KomPaS).

Abschlussbericht als PDF-Datei (4 MB)

Kurzbericht als PDF-Datei (161 KB)

Durchführende Organisation
Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln, Deutsches Kinderschmerzzentrum, Dr.-Friedrich-Steiner Str. 5, 45711 Datteln

Laufzeit
1. September 2015 – 31. August 2017

Kurzbeschreibung der Maßnahme
In diesem Projekt wurde untersucht, wie die Versorgung funktioneller Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen in Kinder- und Jugendarztpraxen erfolgt und welche Erfolge dabei erzielt werden. Wiederkehrende Schmerzen sind ein häufiges Symptom von Kindern und Jugendlichen. Meist sind die Schmerzen nicht auf eine definierte organische Erkrankung zurückzuführen und werden deswegen "funktionelle" Schmerzen genannt. Die erste Ansprechperson für Kinder und Jugendliche mit Schmerzen ist oft die niedergelassene Kinder- und Jugendärztin bzw. der niedergelassene Kinder- und Jugendarzt. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Fragen, welche diagnostischen Untersuchungen in der pädiatrischen Praxis durchgeführt werden, in welchem Umfang an andere Fachärztinnen und -ärzte überwiesen wird, welche Behandlungen Betroffene in der pädiatrischen Praxis erhalten und ob die Schmerzen zurückgehen oder andauern. Zudem wurden Risikofaktoren für eine anhaltende Chronifizierung identifiziert. Dadurch soll es letztlich ermöglicht werden, dass Risikopatientinnen und -patienten frühzeitiger identifiziert und bei Bedarf einer spezialisierten Therapie zugeführt werden können.

Kurzbericht "Funktionelle Schmerzen in der Kinder-und Jugendarztpraxis: Patienteneigenschaften, Versorgung und Schmerzverlauf" (PDF, 151 KB )

Durchführende Organisation
Aktion Psychisch Kranke e.V., Oppelner Straße 130, 53119 Bonn

Laufzeit
1. November 2014 - November 2018

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Vor dem Hintergrund steigender Inanspruchnahme von kinder-und jugendpsychiatrischen und -psychotherapeutischen Versorgungsangeboten hat die Aktion psychisch Kranke e.V. (APK) eine Bestandsaufnahme der Hilfs- und Versorgungsangebote für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen und eine Bedarfsanalyse durchgeführt. Die Analyse befasste sich unter anderem mit der quantitativen Versorgungssituation und mit Aspekten der Verzahnung der Leistungen, der Zugänglichkeit und der Zielgruppenerreichung. Ein Schwerpunkt lag auf der ambulanten und stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und Rehabilitation und auf der Verzahnung mit weiteren Leistungsbereichen, wie z.B. der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII). Die Analyse hat insgesamt bestätigt, dass ein umfassendes und differenziertes Versorgungssystem für psychisch kranke Kinder und Jugendliche in Deutschland besteht. Durch die große Bandbreite an Versorgungsmöglichkeiten entstehen jedoch auch Probleme an der Schnittstelle zwischen den beteiligten Leistungserbringern und beim Zugang zu geeigneten Behandlungsmaßnahmen. Auch werden deutliche regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit von Versorgungsangeboten festgestellt.

Die Ergebnisse des Projektes wurden auf einer Fachtagung am 11. April 2018 der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Organisation "Aktion Psychisch Kranke e.V."

Abschlussbericht "Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland – Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse" (PDF, 5 MB)

Kurzbericht "Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland – Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse" (PDF, 64 KB)

Durchführende Organisation
Universitätsklinikum Köln, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Robert-Koch-Str. 10, 50931 Köln

Laufzeit
1. Dezember 2014 – 31. Dezember 2015

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Bei einer Statuskonferenz ADHS im Dezember 2014 haben sich 60 Sachverständige über den aktuellen Kenntnisstand zur medizinischen Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksam­keitsdefizit- und Hyperaktivitäts­störungen ausgetauscht. Dabei wurde eine aktuelle Übersicht über den Stand der Versorgung gegeben und diese vor dem Hintergrund der aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Betroffenen bewertet. Als Ergebnis hat das "zentrale adhs-netz" zusammen mit Fachverbänden und Organisationen eines interdisziplinären Beirates neue Eckpunkte zur Versorgung von Menschen mit Aufmerksam­keitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) [PDF, 342 KB] entwickelt. Diese fassen das wissenschaftlich weitgehend gesicherte Wissen zu den Ursachen und den Behandlungsmöglichkeiten von ADHS zusammen.

Weitere Informationen zu ADHS finden Sie auf dem Infoportal ADHS und hier.

Durchführende Organisation
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistr. 52, 20246 Hamburg

Laufzeit
1. November 2015 – 31. Januar 2017

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Ziel der Bundesregierung ist es, Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Vernachlässigung zu schützen, belastete Familien zu unterstützen und Betroffenen bestmögliche Hilfestellung zu geben. Hierzu sind in den letzten Jahren viele Initiativen und Regelungen auf den Weg gebracht worden. Auch für Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalttaten geworden sind, werden weitere Verbesserungen der Hilfs- und Leistungsangebote angestrebt. Für die Behandlung und Unterstützung von psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen, die körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt erfahren haben, stehen vielfältige medizinische und soziale Hilfsangebote zur Verfügung. Der Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch hat in seinem Abschlussbericht einvernehmlich festgestellt, dass die Gesetzeslage nach dem SGB V in Verbindung mit der Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses als untergesetzlicher Norm es grundsätzlich ermöglicht, dass Betroffene angemessene psychotherapeutische und andere Leistungen zur Krankenbehandlung erhalten. In der Praxis werde aber von vielen Betroffenen ein darüber hinaus gehender zusätzlicher Bedarf an Therapieangeboten gesehen. Der Runde Tisch hat sich in seinem Abschlussbericht daher dafür ausgesprochen, eine Erweiterung der Therapieangebote um verfahrensübergreifende Trauma spezifische und nonverbale Methoden zu prüfen. Vor diesem Hintergrund wurden in einem wissenschaftlichen Gutachten die Therapieangebote, die spezifischen Zugänge sowie die Kostenübernahme bei Therapieangeboten für durch Gewalterfahrungen traumatisierte Kinder und Jugendliche untersucht. Die Empfehlungen der vorliegenden Expertise fokussieren insbesondere auf Potenziale in der praktischen Umsetzung vor Ort.

Durchführende Organisation
Klinik und Poliklinik für Allgemeine Pädiatrie und Poliklinik am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn, Adenauerallee 119, 53113 Bonn

Laufzeit
1. Dezember 2014 - 11. Februar 2019

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Die mit diesem Projekt entwickelte medizinische Kinderschutzleitlinie ist im Februar 2019 mit einem Fachtag der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Wissenschaftler am Universitätsklinikum Bonn haben die AWMF S3 Leitlinie „Kindesmisshandlung, -missbrauch, -vernachlässigung unter Einbeziehung der Schnittstelle zur Jugendhilfe (Kinderschutzleitlinie)“ mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt und mit zahlreichen Akteuren konsentiert. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu einem verlässlichen und gemeinsamen Vorgehen im Kinderschutz getan. Die Kinderschutzleitlinie gibt insbesondere Ärztinnen und Ärzten einen aktuellen, praxisnahen und evidenzbasierten Handlungsleitfaden. Sie unterstützt ärztliche Entscheidungen zur Diagnostik, zur Therapie und zur Einleitung weitergehender Maßnahmen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung wie auch zur Kooperation mit Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe und der Pädagogik. Die neue Leitlinie hilft damit Fachkräften dabei, bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung angemessen zu reagieren und zusammen zu arbeiten. An der Erstellung der Leitlinie, die von der Fachgesellschaft „Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin“ betreut wurde, waren insgesamt 82 Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt und mehrere Bundesbeauftragte und Bundesministerien eingebunden.

Weitere Informationen – wie auch die Langfassung der Leitlinie - finden Sie auf der Homepage der Kinderschutzleitlinie und auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Kurzfassung: Kinderschutzleitlinie (PDF, 4 MB)

Durchführende Organisation
Universitätsklinikum Ulm Klinik für Kinder- und Jugendpsyhiatrie, Steinhövelstraße 5, 89075 Ulm

Laufzeit
1. Juni 2015 – 31. August 2019

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines E-Learning-Programms "Grundkurs Kinderschutz in der Medizin". Ärztinnen und Ärzten, Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und –therapeuten, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sowie Gesundheits- und Krankenpflegern, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und –pfleger, Physiotherapeuten und anderen Angehörigen der Gesundheitsberufe soll einen Überblick über die aktuelle Rechtslage, die Gesetzesänderungen, die Epidemiologie und Diagnostik von Misshandlungsformen gegeben werden. Der Grundkurs zielt auf eine nachhaltige und qualitativ hochwertige an der Alltagspraxis orientierte Weiterbildung medizinischer Fachkräfte in Fragen des Kinderschutzes. Diese sollen in die Lage versetzt werden, Anzeichen von sexuellem Missbrauch zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Mit diesem Projekt soll ein zuvor bereits - mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung - entwickeltes Programm für Ärzte, psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten für weitere Gesundheitsberufe zugänglich gemacht werden. Das vorangegangene Projekt hat gezeigt, dass sich die Möglichkeit einer Fortbildung durch E-Learning in der Praxis für den Bereich der medizinisch-psychotherapeutischen und pädagogischen Weiterbildung bewährt hat.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zum E-Learning Kinderschutz

Durchführende Organisation
Robert Koch-Institut (RKI), Postfach 65 02 61, 13302 Berlin

Laufzeit
1. September 2017 – 31. März 2018

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Das Robert Koch-Institut hat 2006 hat die ersten Ergebnisse der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS veröffentlicht. Innerhalb von drei Jahren waren mehr als 17.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren in 167 Orten gemeinsam mit ihren Eltern untersucht und befragt worden. Nach einer telefonischen Folge-Befragung (KiGGS-Welle 1) wurden 2014 bis 2017 in einer dritten Erhebung (KiGGS Welle 2) erneut Untersuchungen und Befragungen an den mittlerweile zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen herangewachsenen Teilnehmenden der Basiserhebung sowie an einer neuen zufälligen Stichprobe von 0- bis 17-Jährigen durchgeführt. Am 15. März 2018 werden die ersten Ergebnisse der KiGGS Welle 2 bei einem Symposium vorgestellt. Neben neuen Trendaussagen zur Entwicklung der Kinder- und Jugendgesundheit werden erstmals für Deutschland Ergebnisse von Längsschnitt-Analysen zur Kinder- und Jugendgesundheit präsentiert.

Weiterführende Informationen

Kurzbericht: Vorbereitung und Durchführung eines Symposiums zur Entwick-lung der Kinder-  und Jugendgesundheit in Deutschland (KiGGS) (PDF-Datei)

Ergebnisbroschüre: Wie geht es den Kindern und Jugendlichen in Deutschland ? (PDF-Datei)

www.rki.de/KiGGS

Durchführende Organisation
Robert Koch-Institut, Postfach 65 02 61, 13302 Berlin

Laufzeit
1. Januar 2015 – 30. April 2020

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Mit dem Zusatzmodul sollen Entwicklungsverläufe im Zusammenhang mit den drei chronischen Gesundheitsstörungen ADHS, Adipositas und allergische Erkrankungen (Asthma bronchiale) untersucht werden. Diese drei chronischen Gesundheitsstörungen sind von besonderer Bedeutung, da sie im Kindes- und Jugendalter stark verbreitet sind, nachhaltige Auswirkungen auf die spätere Lebensqualität haben können und zu erheblichen Kosten für das Gesundheitswesen führen. Ziel der Zusatzerhebung und –auswertung zur KiGGS Welle 2 ist es,

  • Krankheitsverläufe detailliert zu beschreiben,
  • Analysen zu den Einflüssen familiärer Faktoren (z.B. des sozioökonomischem Status, des Migrationshintergrundes, des Familienklimas, der Alltagsbelastung, der Familienform, traumatischen Kindheitserfahrungen, Erkrankungen der Eltern wie psychische Beeinträchtigung oder Adipositas) auf den Krankheitsverlauf durchzuführen,
  • Analysen zu den Einflüssen versorgungsspezifischer Einflussfaktoren (z.B. Inanspruch­nahme von Gesundheitsleistungen, leitliniengerechte Therapie, Versorgung im Übergang von der Pädiatrie zur Erwachsenenmedizin) auf den Krankheitsverlauf durchzuführen und
  • die Auswirkungen der drei Gesundheitsstörungen auf die kurz-, mittel- und langfristige gesundheitliche und psychosoziale Entwicklung zu beschreiben.

Bei den Erhebungen und Analysen werden geschlechtsspezifische Aspekte durchgängig berücksichtigt. So soll das Projekt beispielsweise auch untersuchen, ob und wie die Krankheitsverläufe beim Übergang ins junge Erwachsenenalter zwischen jungen Frauen und Männern variieren und ob sich Zusammenhänge mit familiären Faktoren und mit Faktoren der Gesundheitsversorgung feststellen lassen. Das Vorhaben soll einen wichtigen Beitrag zu einer geschlechter- und migrationssensiblen Gesundheitsforschung und –berichterstattung liefern.

Weitere Informationen zur KiGGS-Studie finden Sie auf der Seite des RKI.

Durchführende Organisation
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn

Laufzeit
1. April 2015 – 31. Dezember 2015

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Bei der Konferenz des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am 5. Juni 2015 haben 150 Fachleute über Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimittelsituation von Kindern und Jugendlichen beraten. Die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist seit langem das besondere Anliegen nationaler und internationaler Gesetzes­initiativen, denn bei Kindern und Jugendlichen werden häufig Arzneimittel eingesetzt, die nur an Erwachsenen geprüft worden sind. Nach der EU-Kinderarzneimittelverordnung (1902/2006 EG) muss seit 2008 für jedes neu zuzulassende Arzneimittel bei Einrichtung der Zulassungsunterlagen auch ein pädiatrisches Prüfkonzept für die Prüfung der möglichen Eignung zur Anwendung bei Kindern vorgelegt werden. Nach der Kinderarzneimittelverordnung erhält der pharmazeutische Unternehmer Anreize und Bonusse in Form von verlängerten oder neuen Schutzfristen.

Ein wesentlich größerer Markt für Kinderarzneimittel kann sich durch die Arzneimittel ergeben, die nicht mehr patentrechtlich geschützte Wirkstoffe enthalten, denn diese stellen die Mehrzahl der auf dem Markt befindlichen Arzneimittel dar. Hier besteht durch die EU-Verordnung die Möglichkeit, eine Genehmigung speziell für die pädiatrische Verwendung (Paediatric use marketing authorisation - "PUMA") zu erlangen. Diese besondere zusätzliche Genehmigung kann für jedes Arzneimittel erteilt werden, welches bereits für Erwachsene zugelassen ist und für das eine weitere Zulassung ausschließlich für Kinder beantragt wird. Hierfür erhalten Pharmaunternehmen einen Vermarktungsschutz von zehn Jahren. Diese Anreizwirkung hat sich in der Praxis jedoch nicht als wirksam erwiesen. Das Instrument der "PUMA"‐Zulassungen wird in der Praxis kaum genutzt.

Ziel der Konferenz im BfArM war es, gemeinsam mit den beteiligten Partnern zu erörtern, welche Gründe und Hemmschwellen für die zurückhaltende Nutzung der PUMA-Zulassungen bestehen und wie diese abgebaut werden können, um die Zulassungs­möglich­keiten für Kinderarzneimittel zu stärken. Vortragende aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedizin, der Zulassungsbehörden, des Gemeinsamen Bundesausschusses, der pharmazeutischen Industrie und der Bundesministerien präsentierten mögliche Probleme und Lösungsmöglichkeiten aus ihrer Sicht, mit dem Ziel, das Instrument der PUMA-Zulassungen attraktiver nutzbar zu machen.

Gemeinsame Pressemitteilung des BMG und BfArM zum Kinderarzneimittel-Symposium [08.06.2015 - PDF, 109 KB]

Ziel der Tagung war es, Impulse für neue vernetzende Ansätze zwischen Gesundheitswesen und Angeboten der Frühen Hilfen zu geben. Dabei sollen auf der Basis bestehender guter Modelle – u.a. Bedingungsfaktoren für eine gelingende Vernetzung herausgearbeitet werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft: Gesundheit & Frühe Hilfen.

Durchführende Organisation
Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. (AFET)

Laufzeit
1. Mai 2018 - 15. Januar 2019

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Ziel ist es, die Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Familien mit psychisch kranken und suchtkranken Eltern zu verbessern.

Kinder und Jugendliche aus Familien mit psychisch erkrankten oder suchtkranken Eltern bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit, Fürsorge und Unterstützung, denn sie haben ein erhöhtes Risiko, selbst psychisch zu erkranken . Auch diese Kinder sollen gesund und unter bedarfsgerechter Förderung aufwachsen und ihre persönlichen Potentiale entfalten können.

Mit Blick auf diese Situation wurde auf der Grundlage des Entschließungsantrages des Deutschen Bundestages vom 20. Juni 2017 (BT-Drs. 18/12780) eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet. Die Arbeitsgruppe „Kinder psychisch kranker Eltern“ soll einvernehmlich Vorschläge zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil psychisch erkrankt ist, erarbeiten. Beteiligt an der Arbeitsgruppe sind das mit der Federführung betraute Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), der Arbeitsstab der Drogenbeauftragten, relevante Fachverbände, Institutionen und Interessensvereinigungen sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis.

Zur Unterstützung der Arbeitsgruppe bei der Ist-Analyse der Versorgung von Kindern psychisch kranker und suchtkranker Eltern wurden drei Fachexpertisen in den Bereichen „Forschung“, „Gute Praxis“ und „Recht“ in Auftrag gegeben. In der Federführung des Bundesministeriums für Gesundheit lag die Rechtsexpertise. Weitere Informationen zur Arbeit der Arbeitsgruppe sind unter www.ag-kpke.de zu finden.

Weiterführende Informationen

Kurzbericht des BMG-geförderten Forschungsvorhabens: Rechtsexpertise - Ist – Analyse zu Hilfe und Versorgung in Familien mit Kindern psychisch kranker Eltern [PDF, 245 KB]

Neben der Förderung von großen Forschungsprojekten, Konferenzen oder Tagungen fördert das Bundesministerium für Gesundheit auch immer wieder kleinere Projekte und Maßnahmen mit dem Ziel, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nachhaltig positiv zu beeinflussen.

Verein Irrsinnig Menschlich e.V., Leipzig

Der Verein Irrsinnig Menschlich e.V. möchte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bundesweit Raum und Bewusstsein für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit seelischer Gesundheit entwickeln. In Schule, Ausbildung und Studium sollen Jugendliche und junge Erwachsene über das Thema seelische Gesundheit informiert werden. Ziel ist es, Offenheit für das Thema zu schaffen, um verbundene Ängste, Vorurteile und Stigmata zu verringern sowie Wissen, Zuversicht und Perspektiven für Lösungswege in seelischen Krisen zu vermitteln. Mit seiner Aufklärungs-Kampagne"Verrückt? Na und!" wird das Thema seelische Gesundheit in Schule und Ausbildung gebracht. Einfache und wirksame Wege, wie Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gemeinsam seelische Gesundheit stärken und Krisen meistern können, werden aufgezeigt, um langfristig den Schul- und Berufserfolg zu fördern.

Verein Freunde fürs Leben e.V., Berlin

Der Verein Freunde fürs Leben e.V. möchte Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen Suizid und seelische Gesundheit aufklären. Mit kreativen und an die Zielgruppe der Jugendlichen angepassten Projekten und Kampagnen wollen Freunde fürs Leben mehr Akzeptanz für die Tabuthemen Depression und Suizid insbesondere bei jungen Menschen erzeugen. Dieses Ziel soll mit einer zielgruppengerechten Ansprache insbesondere über das Internet erreicht werden. Der Kurzbericht "Frnd.tv – YouTube Kanal zum Thema Seelische Gesundheit" (PDF, 213 KB) gibt einen Überblick, inwiefern die geförderten Video-Beiträge der Formate "Laut gedacht" und "Vicky will's wissen" auf dem YouTube-Kanal angenommen wurden.

Gemeinsamer Prozess zu Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche

Seit 2016 verfolgt das Bundesministerium für Gesundheit einen Prozess zur Verbesserung von Gesundheitsförderung und Prävention bei Heranwachsenden. In diesem Rahmen lud das BMG zu einem Forum „Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen“ ein. An diesem haben rund 300 Akteurinnen und Akteure von Bund, Ländern, Kommunen, Krankenkassen, Sozialverbänden, Gesundheitsberufen, dem öffentlichen Gesundheitsdienst, von Kita- und Schulträgern und der Zivilgesellschaft teilgenommen (Dokumentation).

Im Rahmen dieses Vernetzungsprozesses hat sich im Anschluss an die Forumsveranstaltung unter Moderation des BMG ein fortlaufender Fachdialog zwischen über 45 Institutionen, Gremien sowie Vertretenden wissenschaftlicher Einrichtungen entwickelt. Als erstes Ergebnis wurde von allen Beteiligten ein gemeinsames Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention bei Heranwachsenden in Deutschland diskutiert und 2019 in Form eines sog. „Wegeweisers“ abschließend und konsentiert formuliert.

Der „Wegeweiser“ ist als akteurs-, themen- und lebensweltübergreifend zu verstehen. Er formuliert zehn inhaltliche Eckpunkte und benennt die Aufgaben des Fachdialogs, der sich im Rahmen des Prozesses gebildet hat. Er bietet den unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren eine erste Orientierung auf dem Gebiet der Kindergesundheit, soll für alle in ihren beruflichen Kontexten hilfreich sein und als Basis für die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren dienen.

Es ist erwünscht, dass der angestoßene Prozess von den Institutionen genutzt wird, um weiterhin auch eigeninitiativ die Arbeit in geeigneten Formaten fortzusetzen. Der fortzuführende Fachdialog ist dabei offen für weitere Institutionen, die die Inhalte des Wegeweisers mittragen.