Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung

Wer im Krankenhaus behandelt wird, muss künftig seltener über Nacht bleiben. Das ist Ziel der zweiten Empfehlung, die die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung am 27.09.2022 vorgelegt hat. Leitidee ist, auch „Tagesbehandlung im Krankenhaus“ im DRG-System abzubilden. So könnten Krankenhäuser und Gesundheitswesen gleichermaßen entlastet werden, so die Kommission.

Die Vorschläge sind ein guter Ansatz, den wir weiterverfolgen werden. In Deutschland werden immer noch überdurchschnittlich viele Patientinnen und Patienten vollstationär behandelt. Unser Anspruch muss es aber sein, notwendige Behandlungen dort zu erbringen, wo sie medizinisch und ökonomisch am sinnvollsten sind.

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach

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Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Kommission wurde im Mai 2022 eingerichtet, um notwendige Reformen im Krankenhausbereich anzugehen. Sie soll Empfehlungen vorlegen und insbesondere Leitplanken für eine auf Leistungsgruppen und auf Versorgungsstufen basierende Krankenhausplanung erarbeiten, die sich an Kriterien wie Erreichbarkeit und der demographischen Entwicklung orientiert.

Die Krankenhauskommission hat ihre erste Stellungnahme (PDF, nicht barrierefrei, 590 KB) kurz vor der Sommerpause vorgelegt. Darin ging es um Empfehlungen für eine Reform der stationären Vergütung für Pädiatrie, Kinderchirurgie und Geburtshilfe.

Die zweite Stellungnahme (PDF, nicht barrierefrei, 662 KB) behandelt Tagesbehandlungen im Krankenhaus zur kurzfristigen Entlastung der Krankenhäuser und des Gesundheitswesens.

Die Regierungskommission tagt alle 14 Tage. Berufen sind Expertinnen und Experten aus der Versorgung (Pflege und Medizin), der Ökonomie, der Rechtswissenschaften und ein an das BMG angebundenen Koordinator.

Mitglieder der Kommission

  1. Prof. Dr. Tom Bschor, Koordinator der Regierungskommission Krankenhausversorgung, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und langjähriger Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie der Schlosspark-Klinik Berlin und stellvertretender Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie. Zu seinen Schwerpunkten zählen u. a. therapieresistente Depression; bipolar affektive Erkrankung und Suchterkrankungen.
  2. Prof. Dr. Martina Hasseler ist als Pflege- und Rehabilitationswissenschaftlerin Professorin für Klinische Pflege an der Fakultät Gesundheitswesen an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ihr Schwerpunkt ist die pflegerische und gesundheitliche Versorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen.
  3. Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg ist Vorsitzende der Gesellschaft für Qualitätsmanagement und leitet den Bereich für Qualitätsmanagement und klinisches Risikomanagement der Sana Kliniken AG.
  4. Michaela Evans ist Direktorin des Forschungsschwerpunktes Arbeit & Wandel am Institut Arbeit und Technik (IAT) an der Westfälischen Hochschule und Gutachterin.
  5. Prof. Dr. Jörg Dötsch ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind die Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums der Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen.
  6. Prof. Dr. Christian Karagiannidis ist Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN). Zu seinen Schwerpunkten zählen die Kurz- und Langzeitunterstützungssysteme, Lungenersatzverfahren sowie Diagnostik und Therapie des akuten Lungenversagens.
  7. Prof. Dr. Heyo Kroemer ist Pharmazeut und Pharmakologe und Vorstandsvorsitzender der Charité. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wechselwirkung von Arzneimitteln, Transport und Verstoffwechselung von Arzneistoffen, Drug Targeting, Medizininformatik, medizinische Aus- und Fortbildung.
  8. Prof. Dr. Rajan Somasundaram ist Ärztlicher Leiter in der Notaufnahme Campus Benjamin Franklin mit den Tätigkeitsschwerpunkten Notfallmedizin und Porphyrien.
  9. Prof. Dr. Dagmar Felix hat den Lehrstuhl für Öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Sozialrecht an der Universität Hamburg inne. Sie hat unter anderem Arbeiten zum GKV-System, einschließlich Finanzierung, Vergütungsfragen von Krankenhäusern veröffentlicht
  10. Prof. Dr Stefan Huster hat den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Gesundheits- und Sozialrecht und Rechtsphilosophie an der Ruhr-Universität Bochum inne. Das Leopoldina-Mitglied leitet die Kommission zur Evaluation des IfSG beim Bundestag und ist Vorsitzender der Schiedsstelle zur Festsetzung von Erstattungsbeiträgen für neue Arzneimittel.
  11. Prof. Dr. Thorsten Kingreen hat den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sozialrecht und Gesundheitsrecht an der Universität Regensburg inne. Er arbeitet unter anderem zu Grundrechts- und Verfassungsfragen.
  12. Prof. Dr. Laura Münkler hat den Lehrstuhl für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Verwaltungs- und Gesundheitsrecht an der Universität Greifswald inne. Sie arbeitet unter zu verwaltungsrechtlichen Fragen.
  13. Prof. Dr. Boris Augurzky ist Kompetenzbereichsleiter Gesundheit im Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsinstitut (RWI). Sein Schwerpunkt ist der stationäre Gesundheitsektor und der Pflegebereich.
  14. Prof. Dr. Reinhard Busse ist Professor für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin. Sein Schwerpunkt ist u. a. Gesundheitssystemforschung. Er leitet das vom BMBF-geförderte Gesundheitsökonomische Zentrum Berlin.
  15. Die Volkswirtin Irmtraud Gürkan war lange im Management der Universitätsklinik Heidelberg tätig und ist Gründungsmitglied des Verbands der Universtiätsklinika Deutschland (VUD). Derzeit ist sie u. a. stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Charité.
  16. Prof. Dr. Leonie Sundmacher hat den Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der Technische Universität München. Ihre Schwerpunkte sind Management im Gesundheitswesen und regionale Versorgungsforschung.
  17. Prof. Dr. med. Jochen Schmitt ist Professor für Sozialmedizin und Versorgungsforschung an der Technischen Universität Dresden.
Stand: 27. September 2022
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