Ess-Brech-Sucht

Bei der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) sind die Betroffenen meist normalgewichtig und damit von ihrem äußeren Erscheinungsbild unauffällig. Sie sind jedoch mit ihrer Figur unzufrieden und haben große Angst vor einer Gewichtszunahme.

Seit 1979 ist die Bulimie als eine eigenständige Essstörung beschrieben. Der Begriff leitet sich von den griechischen Wörtern für Ochse (bous) und Hunger (limos) ab: Ochsenhunger. Er bezieht sich damit auf das zentrale Merkmal der Bulimie: die Essattacken. Eingebürgert hat sich, Bulimie mit Ess-Brech-Sucht zu "übersetzen". Das ist nicht ganz exakt: Erbrechen gehört nicht zwingend dazu. Manche Betroffene fasten, treiben übermäßig Sport oder missbrauchen Abführmittel, um ihr Gewicht zu regulieren.

Menschen mit Ess-Brech-Sucht (Bulimie) sind meist normalgewichtig und unauffällig. Nach außen hin scheint alles zu funktionieren. Innen sieht das anders aus. Menschen, die an Bulimie leiden, erleben regelmäßig unkontrollierbare Essattacken. In kurzer Zeit schlingen sie große Mengen an fett- und zuckerreichen Lebensmitteln herunter. Anschließend versuchen sie, die Kalorienzufuhr rückgängig zu machen. Viele erbrechen sich nach den Essattacken. Andere nehmen Abführmittel, treiben übermäßig Sport oder halten strenge Diäten ein. Für ihr Verhalten schämen sich die Betroffenen. Sie ekeln sich vor sich selbst und haben das Gefühl, nicht normal zu sein. Häufig ziehen sie sich zurück, damit nahe stehende Personen nichts mitbekommen. Auch die Anfälle passieren in der Regel heimlich.

Von den Erkrankten 2000 bis 4000 Menschen in Deutschland, sterben ca. 0,5 bis 1 Prozent. Wenn die Bulimie lange andauert, können lebensbedrohliche Gesundheitsschäden entstehen. Je früher eine professionelle Beratung und Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen auf Heilung.