Spahn: "Es gibt immer mehr Pflegekräfte. Aber es sind trotzdem noch nicht genug."

Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über seine Pläne, die offenen und neu geschaffenen Stellen in der Pflege zu besetzen.

Handelsblatt: Im vergangenen Jahr hat sich der Fachkräftemangel in der Pflege weiter verschärft. Tut die Bundesregierung genug, um den Engpass zu bekämpfen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Diese Zahlen zeigen: Es war richtig, die Pflege ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen. Wir wollen den Beruf attraktiver machen, den Alltag der Pflegekräfte konkret verbessern. Deswegen finanzieren wir dieses Jahr 13000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege und jede neue Pflegestelle im Krankenhaus. Und das ist nur der Anfang.“

Für die zusätzlichen Stellen müssen Sie erst einmal das qualifizierte Personal finden. Wie steht es um die Bemühungen, mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen?

„Dafür haben wir die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen und da werden wir Mitte des Jahres nachlegen. Wir wollen die Entlohnung verbessern, Ausbildung und Beruf noch attraktiver machen und Möglichkeiten schaffen, neue Pflegekräfte anzulocken.“

Trotz der politischen Aufmerksamkeit bleiben aber immer mehr Stellen in der Pflege unbesetzt…

„Diese Daten zeigen nur die halbe Wahrheit. Denn es steigt eben nicht nur die Zahl der offenen Stellen. Sondern gleichzeitig steigt auch die Zahl der Beschäftigten in der Pflege. Laut neuesten Daten des Statistischem Bundesamts ist die Zahl der in der ambulanten Altenpflege Beschäftigten allein von 2015 auf 2017 um rund 10 Prozent gestiegen, in der stationären Altenpflege im gleichen Zeitraum immerhin um rund 5 Prozent.

Das heißt, die Lage ist gar nicht so schlimm?

„Das heißt: Es gibt immer mehr Pflegekräfte. Aber es sind trotzdem noch nicht genug. Denn der Bedarf unserer älter werdenden Gesellschaft steigt stärker als die Zahl der Pflegekräfte. Deswegen arbeite ich mit ganzer Kraft daran, die Situation in der Pflege besser zu machen.“