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Ebola-Ausbruch in Westafrika

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014/2015 war die schlimmste Epidemie seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Das Bundesgesundheitsministerium hat sich gezielt an der Eindämmung der Epidemie beteiligt. Am 29. März 2016 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die seit August 2014 bestehende "Gesundheitliche Notlage von Internationaler Tragweite" für beendet.

Unterstützung der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat die westafrikanischen Staaten im Kampf gegen Ebola unterstützt. Dazu gehörten direkte Zahlungen an die WHO genauso wie die Unterstützung von Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen bei ihrem unermüdlichen Einsatz in den betroffenen Staaten,medizinische Experten des Robert Koch-Instituts und des Bernhard-Nocht-Instituts halfen in der Krisenregion. Hier finden Sie die Berichte der Einsätze von RKI-Mitarbeitern in Westafrika.

Zu weiteren konkreten Maßnahmen gehörte der Aufbau einer Luftbrücke durch die Bundeswehr, um notwendige Hilfsgüter schnell in die betroffenen Staaten transportieren zu können. Zudem unterstützte die Bundesregierung das Deutsche Rote Kreuz logistisch und finanziell bei der Schaffung von Behandlungsmöglichkeiten für Patienten in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Deutschland hat die finanzielle Hilfe auf alle drei Länder plus der Nachbarstaaten verteilt.

Auf dem G7-Gipfel im Juni 2015, dem Treffen der G7-Gesundheitsminister in Berlin im Oktober 2015 und dem Koordinierungstreffen der EU-Gesundheitsminister war Ebola eines der Gesundheitsthemen. Damit Länder auf derartige Krisen effektiv und schnell reagieren können, brauchen sie widerstandsfähige Gesundheitswesen. Bei deren Aufbau werden die Internationale Gemeinschaft und die G7 ärmere Staaten unterstützen. Die Schwerpunkte liegen in der mittel- und langfristigen Gesundheitssystemstärkung in vulnerablen Ländern, vor allem durch Implementierung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV), insbesondere der in den Vorschriften geforderten Strukturen zur schnellen Erkennung und Bekämpfung von Gesundheitsgefahren. Außerdem sollen die Fähigkeiten zur schnellen Entsendung von Experten zur Ausbruchsbekämpfung verbessert werden. Im Februar 2016 wurde in Brüssel das European Medical Corps (EU Med Corps), ein Expertenteam für grenzüberschreitende Gesundheitskrisen, vorgestellt.

Hilfsmaßnahmen des BMG

Das Bundesministerium für Gesundheit unterstützte mit verschiedenen Maßnahmen den Kampf gegen Ebola.

  • Unterstützung durch Experten

Medizinische Experten des Robert Koch-Instituts und des Bernhard Nocht-Instituts halfen während des Ebola-Ausbruchs in der Krisenregion. Die Experten unterstützen vor Ort bei der Analyse von Proben auf Ebola in eigens dafür bereit stehenden mobilen Laboren. Damit konnten Erkrankte eindeutig identifiziert, entsprechend behandelt und isoliert werden. Aufgrund der hohen Belastung wechselte das Team alle vier Wochen. Zudem wurden RKI-Epidemiologen an das WHO-Hauptquartier nach Genf und direkt nach Westafrika entsandt.

  • Schulung von medizinischem Personal in Westafrika

Für den Zeitraum von 2014 bis 2016 förderte das BMG ein Schulungsprogramm des RKI, mit dem medizinisches Personal in Westafrika im Umgang mit hochinfektiösen Patienten ausgebildet wird. Damit sollte das örtliche medizinische Personal in die Lage versetzt werden, mit Ebola und anderen hochinfektiösen Erkrankungen infizierte Patienten schnell zu erkennen und sachgerecht zu versorgen. Nur so konnte die weitere Ausbreitung gestoppt werden.

  • Förderung der Entwicklung von Impfstoff und Therapie

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert bis 2017 Forschungsprojekte zu Ebola-Impfstoffen und Therapie: eine klinische Studie für einen Impfstoff gegen Ebola im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung sowie die Forschung im Paul-Ehrlich-Institut zur Entwicklung einer Therapie mit Hyperimmunplasma und ein Projekt der Uni Tübingen.