Globale Gesundheitspolitik gestalten

Weltweite Gesundheitsherausforderungen verlangen nach Lösungen, die über Sektor-und Ländergrenzen hinaus wirken. Deutschland engagiert sich auf der internationalen Bühne für Globale Gesundheit und hat sich in den letzten zehn Jahren im Bereich der Globalen Gesundheitspolitik stark eingebracht und positioniert.

Dies wurde deutlich durch die Priorisierung von Gesundheit während der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2015 nach der Ebola-Epidemie in Westafrika, während der deutschen G20-Präsidentschaft im Jahr 2017 und im Rahmen der Covid-19 Pandemie im Jahr 2020.

Die Bundesregierung ist der Überzeugung, dass nur ein übergreifendes international abgestimmtes Engagement zwischen einzelnen Staaten, in internationalen Foren wie G7 und G20, auf Ebene der Europäischen Union und global unter Einbeziehung der jeweils am stärksten betroffenen Länder – weltweit die Krankheitslast senken und zu einer gesünderen Bevölkerung beitragen kann. Aus diesem Grund engagiert sich Deutschland in eben diesen Foren und unterstützt den zentralen Akteur der Gesundheitspolitik, die WHO.

2015 hat die Weltgemeinschaft die  UN-Agenda 2030 verabschiedet. Diese sieht insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) vor. Insbesondere das Ziel Nr. 3 „Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters und ihr Wohlergehen fördern“ rückt Globale Gesundheit in den Mittelpunkt.

Die Agenda 2030 ist aus den Millenniumsentwicklungszielen entstanden, die im Jahr 2000 verabschiedet wurden. Die Agenda 2030 stellt eine Weiterentwicklung dieser dar, weil sie anhand von 17 definierten Zielen alle Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt.

Internationale Zusammenarbeit

Internationale Organisationen und Initiativen spielen eine wichtige Rolle bei der weltweiten, multilateralen Arbeit der Bundesregierung im Bereich der Globalen Gesundheit: Seit Jahren engagiert sich Deutschland in der internationalen Zusammenarbeit, um Gesundheit und Wohlergehen weltweit zu ermöglichen. Deutschland ist einer der wichtigsten Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization - WHO).

Die bilaterale Zusammenarbeit ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Globalen Gesundheit, insbesondere mit Kooperationspartnern in den EU-Mitgliedsstaaten. Aus dem hohen Entwicklungsstandard des deutschen Gesundheitswesens ergibt sich zudem die Empfehlung,  eigenen Erfahrungen beim Auf- und Ausbau des Gesundheitssystems von Partnerstaaten insbesondere in Ost- und Mitteleuropa, aber auch in Asien, Afrika und Lateinamerika zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig gilt es, die Erfahrungen anderer Länder zu analysieren und in die eigenen Reformüberlegungen einzubringen.

Die deutsche globale Gesundheitspolitik beruht auf einer Einschätzung der Chancen und Potentiale, die durch einen deutschen Beitrag zur globalen Gesundheitspolitik erzielt werden können. In einer Zeit, in der die Verpflichtung zu Multilateralismus und gemeinsamem Handeln auf globaler Ebene in Frage gestellt wird und dennoch wichtiger denn je erscheint, hat sich die Bundesregierung im Rahmen des Koalitionsvertrags zur Aufgabe gemacht die globale Gesundheit zu stärken und eine Strategie zu erarbeiten, wie Deutschland hierzu beitragen kann.

Durch die zunehmende und prominente Übernahme internationaler Verantwortung hat Deutschland beim Thema Globale Gesundheit eine weltweit anerkannte Führungsrolle in diesem Bereich eingenommen.

Unterausschuss Globale Gesundheit

Die Gesundheit als wesentlicher Baustein für eine nachhaltige Entwicklung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Um den Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Globalen Gesundheit Rechnung zu tragen und die übergreifende Zusammenarbeit und den Austausch aller beteiligten parlamentarischen Gremien  zu erleichtern, wurde erstmals 2018 der Unterausschuss Globale Gesundheit beim Ausschuss für Gesundheit eingerichtet.

Im Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung wird Globale Gesundheit als ein Schwerpunktthema, was sich auch in der Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland wiederfindet, gehandelt.

Mit Beschluss vom 29. Oktober 2018 hat der Staatssekretärsausschuss (PDF-Datei: 166 KB) bekräftigt, dass Gesundheit national und global Ziel, Voraussetzung und Motor für eine nachhaltige Entwicklung ist.